Landesaufnahmeprogramm für Flüchtlinge in Not

Landesaufnahmeprogramm für Flüchtlinge in Not: Mainzer Familie bietet Ferienhaus für Flüchtlinge aus Griechenland an. Gemeiname Presse-Erklärung vom 11. Mai 2020.

Ingo Fischer mit Schild „Wir haben Platz!“ zusammen mit Vertretern von Hilfsorganisationen sowie einem schwangeren Gast aus Somalia, der in einer akuten Notlage im Mai einige Tage lang in seinem Ferienhaus „Gartenhaus“ Schutz fand.

Mainzer Familie bietet Ferienhaus für Flüchtlinge aus Griechenland an

„Wir haben Platz. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit zu helfen, wenn andere in Not sind“, sagt Ingo Fischer, der auf seiner Hofreite in Mainz-Finthen drei Ferienhäuser vermietet. Eines davon hat er bereits seit Beginn der Corona-Krise Mitte März zwei Menschen ohne festen Wohnsitz kostenlos überlassen. Um die Forderung rheinland-pfälzischer Organisationen nach einem Landesaufnahmeprogramm für Flüchtlinge in Not zu unterstützen, bietet er an, dort in Zukunft zusätzlich auch junge Flüchtlinge unterzubringen, die aus Seenot gerettet werden oder auf den griechischen Inseln in erbärmlichen Verhältnissen darauf warten, endlich evakuiert zu werden.

Flüchtlinge, die im Rahmen eines Landesaufnahmeprogramms nach Rheinland-Pfalz kommen würden, könnten in seiner Ferienwohnung kostenlos wohnen, solange Vermietungen aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich sind. Anschließend bestünde dann die Möglichkeit, die Wohnung dauerhaft zu einer günstigen Miete zu nutzen.

„Das Angebot von Herrn Fischer ist ein beeindruckendes Beispiel für die große Bereitschaft zu Menschlichkeit und Solidarität mit Flüchtlingen in Not, hier bei uns in Rheinland-Pfalz. Diese Bereitschaft zu helfen gibt es in vielen Städten und Gemeinden in unserem Bundesland“, sagt Bernd Drüke vom Verein „Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.

So haben sich in Rheinland-Pfalz mindestens sieben Städte (Mainz, Trier, Kaiserslautern, Ludwigshafen, Speyer, Landau und Ingelheim) sowie weitere Landkreise und Gemeinden zu „sicheren Häfen“ erklärt und sind dazu bereit, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. „Dort und in vielen anderen Orten stehen Unterkünfte und ehrenamtliches Engagement zur Verfügung oder könnten kurzfristig reaktiviert werden“, so Annika Kristeit von Aktiv für Flüchtlinge RLP: „Angesichts der of-fensichtlichen Untätigkeit der Bundesregierung und der Europäischen Kommission fordern wir von der Landesregierung, die Hilfsbereitschaft vor Ort aufzugreifen und mit einem Landesprogramm die Voraussetzungen zur Aufnahme von Menschen in Not zu schaffen.“

Ingo Fischer steht für Medienanfragen gerne zur Verfügung, der Kontakt kann über das Seebrückenbündnis Mainz hergestellt werden.

gez. Bernd Drüke – Seebrücke Mainz

Hinweis: Die Forderung nach einem Landesaufnahmeprogramm für Flüchtlinge in Not wird getragen von den Evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz, dem Katholischen Büro Mainz, dem DGB RLP/Saarland, der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in RLP, der Seebrücke Mainz, dem Verein Resqship e.V., dem AK Asyl – Flüchtlingsrat RLP sowie von Aktiv für Flüchtlinge RLP

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